2. Coburger Demokratiekonferenz 24.09.2016

Die 2. Coburger Demokratiekonferenz fand am 24.09.2016 von 11-17 Uhr im Rathaus der Stadt Coburg statt. 14484903_1275329392512438_8745100121727521658_n

 Vorankündigung bei Radio Eins:

 

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Im Rahmen der Coburger „Internationalen Woche“ setzte sie sich mit dem Thema Integration auseinander.

integration-lebenZiel war es im Austausch mit FachreferentInnen gemeinschaftlich Ideen zur Gestaltung von Integration in der Stadt Coburg zu erarbeiten. Auf diese Weise sollte zur Fortschreibung des Integrationskonzeptes der Stadt Coburg beigetragen werden.

programm

Das Jugendforum Coburg-Stadt begüßte im Foyer des Rathauses. Durch einen farbigen Händeabdruck bekannten sich die TeilnehmerInnen symbolisch zu einem bunten Coburg.

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Oberbürgermeister Norbert Tessmer eröffnete die 2. Coburger Demokratiekonferenz und machte deutlich, dass der Stadt Coburg viel an Projekten wie der „Partnerschaft für Demokratie“ gelegen ist. Nicht umsonst würde die Konferenz im Rathaus der Stadt Coburg, also an einem symbolischen Ort, stattfinden. Direkt am Marktplatz, auf dem nur einen Tag später die Internationale Woche eröffnet werde.

14502940_1275329549179089_8639400986387169490_nAn die 100 TeilnehmerInnen hatten den Weg in den historischen Rathaussaal gefunden, um sich an der Diskussion zu beteiligen, Fragen zu stellen und ihre Ideen, Wünsche und Anregungen einzubringen.

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Den inhaltlichen Auftakt bildete der Impulsvortrag von Stephan Simon, M.A. (Lehrstuhl für Politische Soziologie, Universität Bamberg). Er sprach zum Thema „Herausforderungen und Chancen der Migrationsgesellschaft“.

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Hier geht es zu den Vortragsfolien

14479646_1275329722512405_8919140402587553826_nIm Anschluss stellte Gregor Malinowski den Film „Respekt“ vor. Er hatte ihn im Rahmen einer Projektwoche gemeinsam mit der Klasse 7UEG der Rückert-Mittelschule erarbeitet.  Besonders dabei: Musik, Beatbox, Sprechgesang, Videoschnitt – alles ist selbst gemacht!

 Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Integration leben! Herausforderungen und Chancen für die Stadtgesellschaft“ griff nochmals das Konferenzthema auf und ließ Raum für Publikumsfragen und -beiträge. Unter Moderation von Thomas Apfel (Radio Eins) diskutierten Thomas Nowak (3. Bürgermeister der Stadt Coburg, Sozialreferent), Prof. Dr. Andrea Schmelz (Hochschule Coburg, Internationale Soziale Arbeit), Basher Khan Ahmadi (lebt seit einem Jahr bei der Familie Apfel), Jürgen Apfel (IG Metall Coburg, Pflegevater von Basher).

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„Es ist wichtig Begegnungen zu schaffen, um Vorurteile und Ängste abzubauen“, sagte 3. Bürgermeister Thomas Nowak. Die Stadt Coburg habe den Anspruch solche Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen, z. B. durch das Marktfest im Rahmen der Internationalen Woche, durch den Tag der Moschee, aber auch durch die Demokratiekonferenzen. Ziel sei es immer Kennenlernen zu ermögliche und Vertrauen zu schaffen. Lobenswert sei das mannigfaltige ehrenamtliche Engagement im Bereich der Flüchtlingshilfe. Dazu gehöre das Patenprogramm für Flüchtlinge ebenso wie die neue Koordinationsstelle, welche durch die Spende eines großen Unternehmens unterstützt wird.

14463062_1275329889179055_2646890499629694713_nFrau Prof. Dr. Schmelz unterstützte diesen Ansatz: Integration, sagte sie, müsse immer von beiden Seiten kommen und sei keine Einbahnstraße. Das bedeute kein einseitiges Anpassen, sondern ein beidseitiges Entgegengehen. Insgesamt dürfe man sich in Bezug auf die gegenwärtigen Fluchtbewegungen nicht nur auf Deutschland oder Europa konzentrieren, sondern müsse die Situation weltweit betrachten: In Relation käme nur ein winziger Teil der Menschen, die flüchten müssen, nach Deutschland. Der wesentlich größere Teil flüchtete im eigenen Land, bzw. in die Nachbarländer. Ein so reiches Land wie Deutschland könne das bewältigen.

14470666_1275329872512390_4600920544489766171_n„Woher kommt diese Angst“, fragte André Teissier aus dem Publikum. Von der Unsicherheit in Bezug auf Fremdes oder Neues, bestärkt durch den Populismus rechter politischer Kräfte, war die Antwort. Diese Ängste könnten nur überwunden werden, wenn man aufeinander zugehe. Angst würde schließlich nur das machen können, was man nicht kenne. Aus Fremden können Freunde werden.

Spannend war es von den Erfahrungen Jürgen Apfels und seines Pflegesohnes Basher Khan Ahmadi zu hören. Letzterer kam als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan nach Deutschland und konnte in der Familie Apfel ein neues Zuhause finden. Er lebt dort seit einem Jahr und fühlt sich heimisch. Das Ehepaar Apfel seien seine Eltern, sagt er, deren Tochter seine Schwester. Jürgen Apfel berichtete, dass seine Familie nicht lange überlegen musste als im letzten Jahr Pflegefamilien für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gesucht wurden. Bestärkt in der Entscheidung wurde Familie Apfel als klar wurde, was die Jugendlichen, was der Pflegesohn bereits durchmachen mussten.

Basher, der zurzeit die 9. Klasse besucht und dessen nächstes Ziel der qualifizierende Hauptschulabschluss ist, sei ein neues Familienmitglied, das für alle eine absolute Bereicherung darstelle. Er habe sich gut eingelebt, sei mit den deutschen Gepflogenheiten vertraut und konnte bereits einige berufsvorbereitende Praktika absolvieren. Basher Khan Ahmadi selbst zeigte sich überaus dankbar für seine Aufnahme in der Familie. Er freue sich hier zu sein und habe bereits einige Freunde in Coburg gefunden. „Als ich vor einem Jahr ankam waren meine Augen geschlossen, nun sind sie weit geöffnet“, sagt er. Die Deutschen, ergänzt er, brauchten keine Angst zu haben, „wir sind doch alle Menschen“.

14446206_1275329972512380_9129601992324156242_nDie Mittagspause wurde für Austausch und Gespräche ebenso genutzt wie zum Probieren türkischer Spezialitäten, die von der Ditib-Gemeinde Coburg zubereitet wurden.

Im Anschluss konnten die TeilnehmerInnen der Konferenz Thementische besuchen oder sich an einem Planspiel zum Thema „Menschenrechte“ beteiligen.

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14519779_1275330312512346_8164279173117500745_nDer Integrationsbeauftragte der Stadt Coburg, Rainer Klein, stellte das Integrationskonzept der Stadt Coburg vor und konnte einige Anregungen aufnehmen.

Hier geht es zum Ergebnis

14502885_1275330029179041_1502573027520713638_nDer AK „Keine sexuelle Gewalt“ stellte sein Projekt „Zusammenleben in Coburg“ vor. Mithilfe von Symbolen und kurzen Texten sollen Grundlagen eines guten Miteinanders vermittelt werden. Es wurden Plakate, Banner und Postkarten gestaltet, die kostenfrei über die Erziehungsberatungsstelle (Bahnhofstraße 28) des Diakonischen Werkes Coburg angefordert werden können.

Wolfram Klatt bot ein Planspiel zum Thema „Menschenrechte“ an.

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Hier geht es zur Präsentation

Der Verein Alternative Kultur e.V. setzte sich mit dem Thema „Umgang mit Rassismus“ auseinander.

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Zu den Ergebnissen

14463063_1275330102512367_1973835801921557412_nKanat Akin und Yasin Demir stellten das Einbürgerungsportal für Stadt und Landkreis Coburg vor und beantworteten Fragen zu Einbürgerung, während das bfz Coburg an seinem Stand „Flucht und Ankunft“ die Perspektive Geflüchteter aufgriff.

14492525_1275330352512342_9032447456951173303_nEin gemeinsames Fazit im Plenum bildete den Abschluss der Konferenz. Wir haben an diesem spannenden Tag wichtige Impulse für die weitere Arbeit mitnehmen können. Der Austausch mit allen Beteiligten war wertvoll und inspirierend. Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden und UnterstützerInnen und freuen uns schon heute auf die 3. Coburger Demokratiekonferenz. Sie wird im Frühjahr 2017 im Landkreis Coburg stattfinden.

Die 2. Demokratiekonferenz im Veranstaltungskalender der Stadt Coburg

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