Ausstellung: Coburger Alltag im Ersten Weltkrieg, Einsichten und Konsequenzen

Bis 23.12.2016 im Staatsarchiv Coburg

Wenn man an die Umwälzung des Krieges denkt, genügt es nicht, die schmerzhaften Verluste an der Front oder die schweren Entbehrungen daheim aufzulisten. Der Krieg löste auch eine `demokratische Flut` aus, welche die letzten vier Jahre des Kaiserreiches in den Augen vieler Zeitgenossen zur `ungeheuerlichsten Revolution, die jemals den Erdball erschütterten` [Bethmann Hollweg, Reichskanzler 1909-1917] werden ließen. Weder die Rückwirkungen des Krieges auf die Coburger Bevölkerung und ihr Leben sind bisher erforscht noch ist eine Antwort auf die Frage gegeben, ob bzw. in welchem Maße die damit einhergehende Demokratisierung der deutschen Gesellschaft auch für Coburg zutrifft.

29794900323_11ca7a2964_oDen Jubel und die Transportwaggons mit Aufrufen zur `Kaffeefahrt nach paris`, die hatte es auch heir gegeben. Was war aber dann, als Wut und Trauer über die Todesopfer zunahmen? Als Schwerverwundete durch die Straßen gefahren wurden und spätestens im `Steckrübenwinter´1916/17 der Hunger zum Dauerbegleiter wurde? Kann man das, was hier geschah, vergleichen mit anderen Orten in Deutschland, oder ist hier einiges anders verlaufen als anderswo?

30129463350_cce7cd9a84_oDie von der Partnerschaft für Demokratie in der Stadt Coburg geförderte Ausstellung versucht, auf diese und ähnliche Fragen Antworten zu geben. Auch unter Einbeziehung der antidemokratischen Gegenbewegungen, die ab 1933 in die nationalsozialistische Diktatur führten.

29794900333_43de5e5299_oSie ist bis 23.12.2016 in den Räumen des Staatsarchivs Coburg zu sehen und bietet ein interessantes Begleitprogramm:

Am 28.10. und 17.11.2016, jeweils um 19 Uhr, in der Experimentierwerkstatt „Making Culture“ in der alten Posthalle (Badergasse): Filmabende zum Thema.

Am 22.11.2016, um 19 Uhr: „…Und schließlich kann es einen selbst noch treffen“, Lesung aus Feldpostbriefen und literarischen texten zum Ersten Weltkrieg im Staatsarchiv.

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