„Wir sind so frei“: Erste Wahlen und demokratischer Aufbruch nach 1945 in Coburg

„Wir sind so frei“ heißt eine Veranstaltung am Mittwoch, 22. Juni um 19.00 Uhr in der Stadtbücherei Coburg. Mit Texten und Musik wird dabei an den demokratischen Aufbruch in Coburg und Deutschland nach dem Zusammenbruch nach dem 2. Weltkrieg erinnert.

 Am 26. Mai 1946 – also vor 70 Jahren – fanden in Coburg die ersten freien Wahlen zum Stadtrat statt. Dies ist für die Veranstalter – Stadtbücherei Coburg, Initiative Stadtmuseum, AG Lebendige Erinnerungskultur, Partnerschaften für Demokratie – ein Anlass des Gedenkens und ein Anlass der Erinnerung an eine Zeit, die bestimmt war von Hunger, Not und Zerstörung und gleichzeitig dem Versuch, einer völligen Umgestaltung einer Gesellschaft, deren Mitglieder in der übergroßen Mehrheit keine Gegner der nationalsozialistischen Herrschaft waren.

Wir sind so frei

Die alliierten Besatzungsmächte wollten möglichst schnell wieder eine stabile demokratische Ordnung aufbauen und den Nationalsozialismus durch die so genannte „Entnazifizierung“ endgültig beseitigen. Diesem Ziel dienten auch diese ersten freien Wahlen.

 Das Zitat „Wir sind so frei“ stammt von Erich Kästner. Der literarische Teil wird einerseits aus solchen für das Kabarett der frühen Nachkriegszeit geschriebenen Texten und andererseits aus Gedichten und sonstigen literarischen Texten der Zeit, von Kästner, Brecht, Celan, Borchert u. a. bestehen. Schlager und Kabarettsongs der Zeit illustrieren die Versuche, trotz aller Misere die Hoffnung nicht zu verlieren, auch wenn es nur „bunte Luftballons“ sein sollten … Gestaltet wird dieser Abend wieder vom bewährten Team, das schon für den „Heimatabend“ vor zwei Jahren in der Stadtbücherei verantwortlich war: Stephan Mertl als Sänger und Sprecher und Dagmar Weiß am Akkordeon; Konzept und Moderation haben Edmund Frey und Brigitte Maisch übernommen.

 Eine von Hubertus Habel zusammengestellte kleine Ausstellung aus den Städtischen Sammlungen und dem Stadtarchiv zeigt Dokumente zu diesen ersten freien Wahlen. Rupert Appeltshauser wird über diese Wahlen und ihren Zusammenhang mit der Coburger Nachkriegsgeschichte informieren. Zudem wird ein Neuzugang der Städtischen Sammlungen zum ersten Mal zu sehen sein: eine Tisch-Pferderennbahn, mit der amerikanische Soldaten 1946 auf dem Coburger Marktplatz spielten.

Der Eintritt ist frei.

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